LERA - Locate, Explore, Retrace and Apprehend complex text variants

LERA ist eine interaktive, webbasierte Arbeitsumgebung zur Untersuchung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen mehreren Fassungen eines Textes (Textvergleich und Kollationierung). Die Texte werden dazu von LERA in Passagen unterteilt und synoptisch gegenübergestellt. Unterschiede werden farbig hervorgehoben und in einem gemeinsamen Variantenapparat aufgeschlüsselt, sodass sie leicht lokalisiert werden können. Das Werkzeug bietet mit der Übersichtsleiste CATview, interaktiven Wortwolken und cleverer Suchefunktionalität verschiedene Ansätze zum effizienten Erkunden der Textunterschiede. So werden das Nachvollziehen und schließlich das Verstehen der Intention des Autors bei der Änderung effektiv unterstüzt. LERA wurde für das Kollationieren als Grundlage für die Erstellung historisch-kritischer Ausgaben und Editionen entwickelt. Ausprobieren!

# Kernpunkte

# Beispieltexte

Histoire des deux Indes

Die Histoire philosophique et politique des établissements et du commerce des Européens dans les deux Indes von Abbé Raynal (1713-1796) ist eines der gesamteuropäisch einflussreichsten Erfolgs- und Skandalbücher des europäischen 18. Jahrhunderts. Ihr Inhalt ist die kritische Geschichte der europäischen Kolonialexpansion in ‚beiden’ Indien, d.h. sowohl im ‚östlichen’ Indien (Asien), als vor allem auch im ‚westlichen’ Indien (Karibik und Lateinamerika). Nach der Erstfassung von 1770, die in Frankreich sofort verboten wurde, erschienen drei weitere umfangreich überarbeitete Fassungen der Histoire (1774, 1780 und postum 1820).
Das Beispiel zeigt Livre VI in einer absatzweisen Synopse aller vier Fassungen. Histoire

Buscón

La vida del Buscón (o Historia de la vida del Buscón, llamado don Pablos; ejemplo de vagamundos y espejo de tacaños) ist ein spanischer Schelmenroman aus dem 17. Jahrhundert. Als Verfasser des zunächst anonym erschienenen Textes gilt Francisco de Quevedo (1580-1645), der die Autorschaft offiziell nie bestätigte, vermutlich um Schwierigkeiten mit der Inquisition zu vermeiden.
Der Erstdruck erschien 1626 in Zaragoza (Z), von den zwischen 1604 und 1620 – häufig geheim zirkulierenden – Manuskriptfassungen sind zwei nach ihren Aufbewahrungorten Salamanca (S) und Córdoba (C) benannte Manuskripte sowie ein Exemplar von 1640 aus dem Besitz des Bibliotekars Juan José Bueno (B) überliefert.
Der Auszug folgt der kritischen Edition von Alfonso Rey und vergleicht das erste Kapitel des Buscón. Buscón

Rumpelstilzchen

Das auf einem Volksmärchen basierende Rumpelstilzchen ist in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm (KHM 55) enthalten.
Im Beispiel werden die sieben zwischen 1812 und 1857 erschienenen Fassungen des Märchens in Teilsätze segmentiert und miteinander verglichen. Rumpelstilzchen